Der Entschluss etwas Eigenes zu bauen ist meist früher gefasst, als man selbst bemerkt. Jahre ist man mit dem Gedanken "schwanger" und wenn man dann einen finanziellen Weg entdeckt, dann geht es los.

Manche gehen jahrelang schauen, was gefällt - was praktisch ist, Andere kommen gleich zur Sache und planen ihr Traumhaus.

Wenn sie zu mir kommen, dann ist es fast immer schon eilig. Ich kann von mir behaupten, dass ich einer der "Schnellen" bin. Den ersten Entwurf kann ich schon in einem Tag abliefern und da kann man auch schon dreidimensional das Haus sehen.

Aber vorsicht!! Der erste Entwurf kann, aber muss nicht der richtige für sie sein! Die Entwurfsphase wird bei mir nach Zeitaufwnd verrechnet. Doch dieses Geld ist das best investierte am ganzen Bau! Jetzt stellen sie die Weichen für ihre ganze Zukunft!

Daher mein Apell: Am Entwurf muss so lange gefeilt werden, bis er für SIE passt! Nehmen sie sich diese Zeit und sparen sie hier auf keinen Fall! Dies ist der entscheidenste Zeitpunkt an ihrem Bauwerk. Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass dies nur ein Entwurfsplan ist.

Also Ausführungsdetails zwar besprechen, doch haben sie in einem Vorentwurf oder einem Einreichplan nichts zu suchen. Ob ein Fenster oder eine Türe um zwanzig cm weiter links sitzt, oder weiter rechts ist jetzt noch unwichtig.

Wenn alles passt, dann ran an den Einreichplan. Dauert normalerweise zwei Tage. Der Energieausweis sollte gleichzeitig von der selben Person gemachtw erden, weil damit noch optimiert werden kann.

Oft müssen für gewisse Förderungen Werte erreicht werden und man ist nur knapp darüber, dann muss auch am Plan noch verändern - Schichtdicken, Fenstergrößen, Materialien, manchmal auch Geometrie.

Der Einreichplan ist eine Unterlage, um bei der Behörde eine formelle Genehmigung für den Bau zu erhalten. Er ist keine Ausführungsunterlage.

Natürlich ist es eine Grundlage für die Ausführung und kann auf jeden Fall für Angebote von Baufirmen herangezogen werden. Aber, wie oben schon bemerkt, kann nicht jeder Schrank und jedes Bett bereits lage- und größen-mäßig berücksichtigt sein.

Ein Auswechslungsplan nach fertiggestelltem Bauvorhaben ist nur notwendig, wenn statisch relevante Teile oder die äußeren Umrisse oder die lage verändert wurden.

Eine Vergrößerung der Ausmasse hingegen zieht eine Nacheinreichung mit sich, was kein Problem ist, wenn die Bauvorschriften, respektive die nachbarlichen Rechte nicht verletzt wurden.

Wenn man nun vom "Einreichplan" weg baut, dann sind viele Details nicht klar definiert. Der Bauarbeiter, der ja letztlich ausführt (nicht der Baumeister der von ihnen den Auftrag erhält, der ist nur immer kurz vor Ort), der wählt aus mehreren Möglichkeiten eine aus. Ob die dann für sie die richtige ist ... ? Ich überlasse es der Phantasie des Lesers.

Begründungen sind zu 85%: a) Das ist am einfachsten, b) das ist am billigsten, c) das haben wir schon immer so gemacht.

Nur 15% machen sich Gedanken über d) Statik oder e) Bauphysik. Davon haben aber 95% der Bauarbeiter kaum eine Ahnung, daher zurück zu Punkt a bis c.

Auch hier eine Empfehlung: Besprechen sie die notwendigen Ausführungsdetails mit einem unabhängigen Fachmann - nicht mit dem Auftragnehmer, der dann die Ausführung macht, denn der hat für bequeme Lösungen immer "gute" (plausible) Argumente an der Hand.

Letztlich noch ein Hinweis: Bauwerke sind gutmütig: Statische Schwachpunkte führen nicht gleich zum Einsturz. Erst kommen Risse. Risse sind bei jedem Bauwerk normal. Man könnte schon rissefrei bauen, doch wäre das im Einfamilienhaus-Bereich zu teuer. Wichtig ist es, System zu finden, die verformungsarm sind (Verformung=Rissbildung). Auch hier: der Fachmann kann Rat geben.

Auch im Bereich Bauphysik bewirkt eine kleine Schwachstelle nicht die Verdopplung der Heizkosten. Hier ist alledings Vorsicht angesagt, weil durch die hohen Dämmwerte und die dichten Fenster die Schimmelbereitschft ansteigt. Neben der Bereitschaft zum "wärmebrückenfreien" Bauen muss auch ein gewisses Nutzerverhalten her. Mehr darüber durch ihren Energieberater.

Abschliessend also der Hinweis: Onkel Franz hat zwar schon gebaut, er hat aber auch Fehler eingebaut. Der richtige Berater ist ein unabhängiger Energieberater, Statiker, Bauberater.

(Anmerkung: das soll keine Werbung für mich selbst sein, obwohl ich mich über Auftrgäge freue, sondern ein grundsätzlicher Apell an Bauwillige)